Die Open-Government-Data-Strategie (OGD) legt fest, wie die Schweiz Verwaltungsdaten zugänglich und weiterverwendbar macht. Diese Seite präsentiert den OGD-Masterplan 2024–2027, die geplanten Massnahmen und eine Übersicht über die früheren Strategien.
Die Open-Government-Data-Strategie (OGD) legt fest, wie die Schweiz offene Verwaltungsdaten veröffentlicht und nutzt. Sie stützt sich auf das Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (EMBAG) und legt die Prioritäten für die Bundesverwaltung fest.
OGD-Masterplan 2024–2027
Der OGD-Masterplan 2024–2027 präzisiert die Massnahmen zur Stärkung von Transparenz, Innovation und Weiterverwendbarkeit von Verwaltungsdaten und erleichtert interessierten Akteuren den Zugang zu Verwaltungsdaten.
Mit Inkrafttreten des EMBAG wurde das Prinzip «open by default», das bereits Teil der Open-Government-Data-Strategie 2019–2023 (OGD-Strategie) war, rechtlich verankert. Die Bundesverwaltung muss ihre Daten standardmässig innerhalb von drei Jahren als OGD veröffentlichen. Der OGD-Masterplan 2024–2027 setzt die OGD-Strategie fort und unterstützt die Umsetzung von Artikel 10 EMBAG zu offenen Verwaltungsdaten.
Der OGD-Masterplan legt die Stossrichtungen, Ziele und Massnahmen für die Veröffentlichung und Nutzung offener Verwaltungsdaten fest. Er definiert die Prioritäten der Bundesverwaltung sowie die rechtlichen (z. B. Datenschutz), ethischen (z. B. Transparenz) und organisatorischen Grundlagen. Das Kompetenzzentrum Datenbewirtschaftung spielt eine zentrale Rolle bei der Information und Unterstützung von Datenanbietern und Datennutzenden und fördert die Veröffentlichung von OGD in der Schweiz.
Zur Umsetzung von Artikel 10 EMBAG enthält der OGD-Masterplan fünf Stossrichtungen mit entsprechenden Massnahmen. Sie erleichtern das Verständnis von «open by default» und «open by design», fördern die Zusammenarbeit und den Austausch innerhalb der OGD-Gemeinschaft und helfen, das volle Potenzial von OGD auszuschöpfen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Zusammenarbeit mit der Forschung und der Datenwissenschaft, mit der die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz gestärkt werden soll.
Bisherige OGD-Strategien
Die Schweiz hat den Zugang zu offenen Verwaltungsdaten durch verschiedene nationale Strategien geregelt. In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Meilensteine vorgestellt, gegliedert nach strategischen Phasen.
Die Strategie sah vor, dass Verwaltungsdaten, die die Verwaltungseinheiten im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufträge produzieren und bewirtschaften, unentgeltlich, zeitnah, in maschinenlesbarer Form und in einem offenen Format veröffentlicht werden. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wurde über die Geschäftsstelle OGD des Bundesamtes für Statistik (BFS) mit der Umsetzung und der gesetzlichen Verankerung dieser Grundsätze beauftragt, insbesondere mit der Regelung der unentgeltlichen Nutzung der Daten. Der Auftrag wurde mit dem Inkrafttreten des EMBAG 2024 erfüllt.
Förderung einer national koordinierten Datenpublikation
Gewährleistung hochqualitativer Daten und Beschreibungen
Weiterführung des Betriebs des zentralisierten Portals opendata.swiss
Schaffung und Nutzung eines zentralen Registers für Verwaltungsdaten
Förderung der Datennutzung
Die erste OGD-Strategie (Open-Government-Data-Strategie Schweiz 2014–2018) identifizierte und anerkannte das Potenzial der von den öffentlichen Verwaltungen produzierten, verarbeiteten und zusammengetragenen Daten. Insbesondere sollten Verwaltungsdaten offen zugänglich gemacht und ihre Weiterverwendung vereinfacht werden. Dadurch eröffneten sich für Verwaltung, Unternehmen, Forschung, Datennutzende und Bevölkerung neue Möglichkeiten. Zudem ergaben sich konkrete Vorteile wie eine bessere Transparenz in Bezug auf das staatliche Handeln sowie die Schaffung neuer Dienstleistungen und innovativer Zusammenarbeitsformen.
Mit der Umsetzung der OGD-Strategie wurden technische, organisatorische und rechtliche Hindernisse überwunden und die Weiterverwendung von Daten erleichtert. Damit verfügte die Schweiz über eine zentrale Infrastruktur zur Veröffentlichung von Metadaten nach internationalen Standards. Gleichzeitig wurde der Grundstein für eine Open-Data-Kultur zur Förderung von Innovation und Bürgerbeteiligung gelegt.
Insgesamt sorgte die OGD-Strategie 2014–2018 für mehr Transparenz, Verwaltungseffizienz und Innovation und schuf zugleich ein förderliches Umfeld für die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren.
Organisation der OGD-Aktivitäten
Die OGD-Aktivitäten werden in der Schweiz von verschiedenen Gremien wie dem Fachgremium für Datenmanagement und Dateninteroperabilität, dem Forum OGD sowie von zwei operativen Arbeitsgruppen (Recht und Portal) sichergestellt.
Das Fachgremium Datenmanagement und Dateninteroperabilität ist für die Koordination der Datenbewirtschaftung und der Dateninteroperabilität in der gesamten Bundesverwaltung zuständig. Es koordiniert zudem den OGD-Bereich und die entsprechenden Tätigkeiten.
Das Kompetenzzentrum Datenbewirtschaftung (KDB) leitet in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) den OGD-Masterplan 2024–2027. Es übernimmt beim Bund eine Querschnittsfunktion. In dieser Funktion erstellt es die Richtlinien für die Veröffentlichung von Daten, unterstützt Datenanbietende und Datennutzende und fördert den Wissensaustausch bezüglich Daten. Das KDB ist beim Bundesamt für Statistik (BFS) angesiedelt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Kompetenzzentrums Datenbewirtschaftung.
Das Forum Open Government Data (Forum OGD) vereint Fachpersonen von Bund, Kantonen und Gemeinden. Es fördert den Erfahrungsaustausch und die Koordination im Bereich Open Government Data in der Schweiz.
Das Forum OGD unterstützt die Umsetzung des OGD-Masterplans 2024–2027 und macht die Grundsätze des Bundesgesetzes über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (EMBAG) bekannt. Es gibt Empfehlungen zur Stärkung der Zusammenarbeit ab und fördert den Einbezug aller beteiligten Akteure.
Die Arbeitsgruppen werden für die Erbringung verschiedener im OGD-Masterplan vorgesehener Leistungen eingesetzt. Die Arbeitsgruppe «Portal» begleitet den Betrieb und die Entwicklung des Portals opendata.swiss. Alle Datenanbieter, die zum OGD-Portal beitragen, können teilnehmen. Die Arbeitsgruppe «Recht» überprüft die gesetzliche Verankerung des OGD-Bereichs und die kontinuierliche Entwicklung der Nutzungsbedingungen für OGD.
Sie sind in Ihrem Amt, Ihrem Departement oder Ihrer Organisation für die Umsetzung einer OGD-Strategie zuständig? Gerne unterstützen wir Sie mit unserem Fachwissen. Finden Sie heraus, wie das Kompetenzzentrum Datenbewirtschaftung Sie unterstützen kann.
Internationale und regionale Zusammenarbeit im Rahmen der OGD-Strategie
Die Schweiz stützt sich auf internationale und regionale Partnerschaften, um den Zugang zu Verwaltungsdaten zu verbessern und die Standards zu harmonisieren. Diese Zusammenarbeit fördert die Umsetzung der OGD-Strategie der Schweiz sowie die Innovation.
Im Rahmen der Kooperation D-A-CH-LI fördert die Schweiz gemeinsam mit Deutschland, Österreich und Liechtenstein die OGD.
Durch einen einfacheren Zugang zu Verwaltungsdaten, die Harmonisierung von Standards und die Förderung des Erfahrungsaustauschs trägt diese Zusammenarbeit zur Umsetzung der OGD-Strategie der Schweiz bei. Die seit 2012 organisierten D-A-CH-LI-Konferenzen stärken die Zusammenarbeit und die Innovation im deutschsprachigen Raum.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erarbeitet internationale Normen und evaluiert über den OURdata Index (Open, Useful and Re-usable data), an dem auch die Schweiz mitwirkt, die nationalen Massnahmen im Bereich OGD. Der OURdata Index misst:
die Verfügbarkeit der Daten: Verabschiedung und Umsetzung von Strategien zur Veröffentlichung von OGD, Verfügbarkeit hochwertiger Datensätze
die Zugänglichkeit der Daten: Bereitstellung von Daten in offenen, geeigneten und weiterverwendbaren Formaten, mit hochwertigen Metadaten und elektronischen Schnittstellen (API)
die Unterstützung bei der Weiterverwendung: aktive Förderung der Weiterverwendung von OGD in- und ausserhalb der Verwaltung
Das Portal data.europa.eu ist der zentrale Einstiegspunkt für den Zugriff auf OGD und Geodaten zu Europa. Die Daten stammen aus internationalen, nationalen, regionalen und lokalen Portalen. Es
erleichtert Bevölkerung, Unternehmen und Organisationen den Zugang zu und die Weiterverwendung von Daten;
fördert die Veröffentlichung von Metadaten und hochwertigen Daten durch europäische Institutionen und die Mitgliedstaaten;
klärt über die Möglichkeiten auf, die durch die Verfügbarkeit von OGD entstehen.
Quelle: offizielle OECD-Dokumentation und data.europa.eu
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