sedex ist eine Transport- und Zustellplattform für den sicheren, nachvollziehbaren und automatisierten Datenaustausch zwischen Fachapplikationen innerhalb der öffentlichen Verwaltung in der Schweiz. sedex unterstützt die medienbruchfreie Digitalisierung von Geschäftsprozessen und gewährleistet einen zuverlässigen sowie datenschutzkonformen Austausch von Informationen.
sedex ist die zentrale Plattform des Bundes für die sichere, asynchrone Übermittlung von Daten zwischen Fachapplikationen der öffentlichen Verwaltung. Für den Zugang zur sedex-Plattform erhalten die teilnehmenden Organisationen sedex-Clients zur Integration in die eigenen Systeme. Die Plattform gewährleistet Nachvollziehbarkeit durch Quittungen und Protokollierung. Organisation und Verrechnung erfolgt in fachspezifischen Domänen auf der Basis einer schriftlichen Vereinbarung.
Bereich der Leistungserbringung: IoP Register
Gesetzliche Grundlage
Registerharmonisierungsgesetz (RHG), Art. 10 Abs. 3 → SR 431.02
Registerharmonisierungsverordnung (RHV), Art. 11–17 → SR 431.021
Zielgruppe
Organisationseinheiten der öffentlichen Verwaltung (Bund, Kantone, Gemeinden)
privatwirtschaftliche Akteure mit gesetzlicher Grundlage
Nutzen
Der Nutzen von sedex ergibt sich aus der effizienten, standardisierten und sicheren Abwicklung des Datenaustauschs zwischen Organisationseinheiten der öffentlichen Verwaltung.
Sicherheit: Die Übermittlung erfolgt durchgängig verschlüsselt und ist ausschliesslich für autorisierte Empfänger zugänglich. Dadurch bleiben vertrauliche Informationen geschützt.
Nachvollziehbarkeit: Jede Datenübertragung wird protokolliert und mit Quittungen bestätigt. So ist eine lückenlose Kontrolle und Rückverfolgbarkeit aller Geschäftsfälle gewährleistet.
Flexibilität: sedex unterstützt beliebige Datentypen und ermöglicht den Versand an mehrere Empfänger gleichzeitig. Die Integration in bestehende Systeme ist plattformunabhängig möglich.
Einfache Integration: sedex kann mittels File-Schnittstelle oder mit REST API an bestehende Fachapplikationen angebunden werden und fördert damit die medienbruchfreie Digitalisierung von Prozessen.
Gebührenpflichtigkeit
Ja. Die Finanzierung von sedex erfolgt kostenneutral über die sedex-Domänen. Seit dem 1. Januar 2025 gelten folgende Nutzungsgebühren:
Das Preismodell wird jährlich an die Gesamtnutzung angepasst. Preissteigerungen werden in der Regel mit mindestens zwölf Monaten Vorlauf angekündigt. Auf Anfrage erstellt das BFS vorgängig eine Kostenschätzung.
Kontakt
Bundesamt für Statistik Kompetenzzentrum Datenbewirtschaftung und Basisdienste
sedexsupport@bfs.admin.ch +41 800 866 700
Supportzeiten: Montag bis Freitag 08.30–12.00 / 13.30–16.00 Uhr
Mehr Informationen
Weiterführende Links
Anwenderdokumentation Die technische Dokumentation ist nur in englischer Sprache verfügbar. Sie beschreibt den sedex-Client, eine Middleware-Software zur Anbindung von Fachapplikationen an die sedex-Plattform.
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Eine sedex-Meldung besteht aus einer beliebigen Datendatei, «Payload» genannt und einem sedex-Umschlag, «Envelope» genannt.
Die Datendatei kann ein beliebiges Dateiformat (zum Beispiel: pdf, docx, zip, jpg, tar, xml usw.) mit einer Grösse bis 10 GB aufweisen. Die fachlichen Inhalte oder Konventionen (z.B. Verwendung von Standards) der Datendatei werden von den Domänen geregelt.
Der Umschlag ist eine standardisierte XML-Datei gemäss eCH-0090, Version 1.0. Der Umschlag enthält u.a. die für die korrekte Zustellung einer Meldung erforderlichen Adressierungsinformationen sowie die Informationen zum Geschäftsfall (Meldungstyp).
Die technische Quittung ist eine standardisierte XML-Datei gemäss eCH-0090, Version 2.0. Die technische Quittung wird ausgestellt, um dem Sender die erfolgreiche oder gescheiterte Übermittlung einer Meldung zu bestätigen. Die technische Quittung bestätigt in keinem Fall, dass der Empfänger die Meldung verarbeitet hat. Pro Empfänger einer Meldung wird eine Quittung ausgestellt, d.h. sendet der Sender eine Meldung an zwei Empfänger, so bekommt er zwei Quittungen.
Innerhalb eines Geschäftsfalls (Meldungstyps) definiert die Meldungsklasse die fachliche Bedeutung der Meldung.
sedex-Domänen
Wie ist die Nutzung von sedex fachlich organisiert?
Eine sedex-Domäne bezeichnet einen Fachbereich (Nutzergruppe), der sedex verwendet.
Eine Domäne ist ein Verbund von sedex-Teilnehmern, die in einem spezifischen Kontext Geschäftsfälle abwickeln und dazu sedex-Meldungen austauschen. Jeder sedex-Teilnehmer ist Mitglied einer sedex-Domäne und erhält eine eindeutige, adressierbare ID (bekannt als sedex-ID).
Jede Domäne definiert ihre eigenen sedex-Meldungstyp. Ein Meldungstyp entspricht einem Geschäftsfall, der zwischen sedex-Teilnehmern abgewickelt wird. Jede sedex-Meldung wird einem Meldungstyp zugeordnet.
Jeder sedex-Teilnehmer ist für bestimmte Meldungstypen autorisiert. Eine Meldung kann nur zwischen zwei Teilnehmern ausgetauscht werden, wenn sowohl Sender als auch Empfänger für den jeweiligen Meldungstyp autorisiert sind und diese in der gleichen Umgebung (environment: production/test) sind.
sedex unterscheidet drei Arten von Domänen:
Domänen innerhalb der Registerharmonisierung
Domänen für weitere statistische Erhebungen des BFS
Ein sedex-Teilnehmer ist eine Organisationseinheit, welche an sedex angebunden ist. Jede Domäne bestimmt ihre Teilnehmer. Teilnehmer werden ausschliesslich für im UID-Register eingetragene Unternehmen und UID-Stellen erstellt. Jeder Teilnehmer ist Mitglied genau einer sedex-Domäne und erhält eine eindeutige, adressierbare ID. Unter Participants directory (sedex.swiss) wird eine täglich aktualisierte Liste aller aktiven sedex-Teilnehmer publiziert.
Teilnehmer können als physische oder logische Teilnehmer oder als Router erstellt werden.
Ein physischer Teilnehmer ist ein sedex-Teilnehmer mit einem eigenen physisch installierten sedex-Client. Somit entspricht ein physischer Teilnehmer einer Installation eines sedex-Clients auf einem Host oder als Container.
Ein logischer Teilnehmer verfügt nicht über einen eigenen sedex-Client und damit auch nicht über ein eigenes sedex-Teilnehmerzertifikat. Der Austausch der sedex-Meldungen erfolgt über einen für den logischen Teilnehmer berechtigten physischen Teilnehmer (sedex-Router) und die Nutzung von Webservices erfolgt über dessen sedex WS-Proxy.
Ein sedex-Router entspricht einem physischer sedex-Teilnehmer, der als Stellvertreter für bei ihm angesiedelte logische Teilnehmer genutzt wird. Als sedex-Router wird er nicht direkt über seine eigene Teilnehmer-ID (sedex-ID) adressiert, sondern indirekt über die sedex-IDs der logischen Teilnehmer, für die er zuständig ist. Die Meldungsverteilung zwischen Router und logischen Teilnehmer erfolgt über ein Message Dispatching. Ein sedex-Router sollte ausschliesslich als solcher verwendet werden und selbst nicht für Meldungstypen berechtigt werden.
Umgebungen (Environment)
Über die sedex-Plattform können Meldungen in zwei virtuell getrennten Umgebungen, «production» und «test», ausgetauscht werden. Jeder Teilnehmer gehört entweder der Umgebung «production» oder «test» an. Ist diese einmal zugeordnet, kann sie nicht mehr geändert werden. Teilnehmer können nur gegenseitig Meldungen austauschen, wenn sie derselben Umgebung zugeordnet sind und für den entsprechenden Meldungstyp autorisiert sind. Meldungstypen (Geschäftsfälle) sind unabhängig von der Umgebung. Teilnehmer der Umgebung «test» erhalten eine Teilnehmer-ID (sedex-ID) mit Präfix «T».
Wie werden Geschäftsfälle abgebildet?
Jede Domäne definiert ihre eigenen sedex-Meldungstypen. Ein Meldungstyp entspricht einem Geschäftsfall, der zwischen den sedex-Teilnehmern abgewickelt wird. Jede sedex-Meldung wird einem Meldungstyp zugeordnet. Dies erfolgt durch den Eintrag der entsprechenden Nummer (Message Type ID) im sedex-Umschlag.
Ein Meldungstyp besteht aus: Message Type ID, Name, Beschreibung, Status (active/inactive) und ist genau einer Domäne zugewiesen.
Wie werden sedex-Teilnehmer für Geschäftsfälle berechtigt?
Damit ein sedex-Teilnehmer Meldungen eines Meldungstyps senden oder empfangen kann, muss er für diesen Meldungstyp autorisiert sein. Dabei muss dem Teilnehmer pro Meldungstyp eines der folgenden Rechte (Privilege) erteilt werden:
sedex-Meldungen können zwischen Teilnehmern unterschiedlicher Domänen ausgetauscht werden. Dazu müssen beide Teilnehmer für den entsprechenden Meldungstyp autorisiert sein. Voraussetzung dafür ist die Genehmigung dieser Autorisierung sowohl durch die Domäneninhaberin des Teilnehmers als auch der Domäneninhaberin des Meldungstyps.
Wie können Verantwortliche ihre sedex-Domänen verwalten?
Nur die von der Domäneninhaberin autorisierten Domänenvertreter und Domänenvertreterinnen können neue Meldungstypen, sedex-Teilnehmer, sedex-Teilnehmerzertifikate, Routingregeln und Konfigurationsänderungen in Auftrag geben. Die autorisierten Vertreter einer sedex-Domäne können auf der sedex-Kundenplattform ihre Domäne verwalten.
Teilnehmerverwaltung
Die Teilnehmer können in der Kundenplattform eingesehen und die folgenden Aufträge online erfasst werden. Nach Freigabe der Aufträge durch den sedex-Support werden diese Änderungen in die sedex-Plattform übernommen.
Erstellung neuer Teilnehmer
Aktivierung oder Deaktivierung von Teilnehmern
Ändern der Namen oder Angaben zu Inhaberinnen von Teilnehmern
Erteilen, Ändern oder Deaktivierung von Berechtigungen für Meldungstypen der eigenen Domäne
Erstellen, Ändern oder Deaktivierung von Routingregeln logischer Teilnhmer auf Router der eigenen Domäne
Ändern des Teilnehmertyps (physisch/logisch)
Folgende Aufträge können nicht in der Kundenplattform erfasst werden und müssen beim sedex-Support bestellt werden.
Bestellen von neuen sedex-Teilnehmerzertifikaten
Übertragung von Teilnehmern in eine andere Domäne
Erteilen, Ändern oder Deaktivierung von Berechtigungen für Meldungstypen einer fremden Domäne
Erstellen, Ändern oder Deaktivierung von Routingregeln logischer Teilnehmer auf Router einer fremden Domäne
Domänenübergreifende Aufträge benötigen die Autorisierung von Vertretern beider Domänen.
Die Bearbeitung erfolgt in der Regel innerhalb Tagesfrist aber spätestens nach zehn Arbeitstagen.
Routerverwaltung
Die sedex-Router können in der Kundenplattform analog zu den sedex-Teilnehmern verwaltet werden. Die Routingregeln werden bei den logischen Teilnehmern verwaltet.
Verwaltung der Meldungstypen
Meldungstypen können in der Kundenplattform eingesehen, aber nicht direkt bearbeitet werden. Die folgenden Vorgänge müssen beim sedex Support bestellt werden:
Erstellung neuer Meldungstypen
Aktivierung oder Deaktivierung von Meldungstypen
Ändern der Namen oder Beschreibung von Meldungstypen
Die Übertragung von Meldungstypen in eine andere Domäne benötigt die Autorisierung von Vertretern beider Domänen.
Die Bearbeitung erfolgt in der Regel innerhalb Tagesfrist aber spätestens nach zehn Arbeitstagen.
Welche Reports stehen den Verantwortlichen der sedex-Domänen zur Verfügung?
Die folgenden Reports stehen den Domänenverantwortlichen zur Verfügung und können beim sedex-Support bestellt werden:
Periodische Reports
Ad-hoc Reports
sedex Messaging
Wie werden sedex Meldungen übermittelt?
Der Anschluss an sedex ermöglicht den sicheren, zuverlässlichen und nachvollziehbaren Datenaustausch zwischen den Fachapplikationen der angeschlossenen Teilnehmer. Die Übermittlung zwischen zwei sedex-Clients erfolgt asynchron über die sedex-Plattform. Dabei werden die sedex-Teilnehmerzertifikate für die Authentisierung, Autorisierung sowie Ver- und Entschlüsselung verwendet. Die Integration der Fachapplikationen erfolgt über das sedex-Postfach. Für die Integration logischer Teilnehmer wird ein Message Dispatching eingesetzt.
Die zentrale Drehscheibe des Meldungsverkehrs.
Der sedex-Server übernimmt das Routing der Meldungen, die Autorisierung sowie die zentrale Protokollierung des Meldeverkehrs. Die sedex-Plattform wird in den Rechenzentren des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation BIT mit Standort Schweizbetrieben und permanent überwacht.
Der Datenaustausch zwischen den Teilnehmern erfolgt asynchron in End-to-End verschlüsselter Form über die sedex-Plattform. Nach maximal 31 Tagen werden die vom Empfänger nicht abgeholten Daten auf der sedex-Plattform gelöscht. Der Sender erhält zu jeder versendeten Meldung vom System sedex eine Quittung pro Empfänger.
Nach erfolgreicher Zustellung wird dem Absender eine positive Quittung ausgestellt, zudem werden die übertragenen Daten auf der sedex-Plattform gelöscht. Kann die Zustellung aus irgendwelchen Gründen nicht erfolgen, erhält der Absender spätestens nach 31 Tagen eine negative Quittung mit der Begründung. Alle Transaktionen werden protokolliert. Die Nachvollziehbarkeit ist zu jedem Zeitpunkt gewährleistet. Die Transaktionsprotokolle werden mindestens zehn Jahre aufbewahrt.
Die Angaben in den technischen Quittungen (Receipts) erlauben dem sendenden Teilnehmer das grundlegende Verfolgen einer sedex-Meldung. In den meisten Fällen reicht diese Form der Meldungsverfolgung (Message Tracking) für Teilnehmer aus. Im besonderen Bedarfsfall können ausführliche Transaktionsprotokolle von Meldungen beim sedex-Support bestellt werden.
Eine sedex-Meldung kann auch gleichzeitig an mehrere Teilnehmer adressiert werden. Jeder physische Empfänger erhält dabei seine eigene für ihn verschlüsselte Datendatei (Payload). Eine solche Meldung wird nur dann übermittelt, wenn alle Empfänger für den Empfang des verwendeten Meldungstyps autorisiert sind. Ist schon nur ein Empfänger nicht autorisiert, wird die Übermittlung an alle Empfänger abgebrochen.
Der Anschluss der Organisation an sedex.
Der sedex-Client ist eine Software, welche die Fachapplikation der sedex-Teilnehmer mit der sedex-Plattform verbindet. In der Regel wird der sedex-Client auf dem gleichen Host wie die Fachapplikation betrieben oder ist für die Fachapplikation über das Netzwerk sicher zugänglich.
Der sedex-Client ist eine Java-basierte Anwendung, die auf physischen oder virtuellen Maschinen mit verschiedenen Betriebssystemen (einschliesslich Windows, macOS, Linux, AIX usw.) installiert werden kann.
Der sedex-Client kann auf verschiedene Arten installiert und betrieben werden:
als eigenständige Installation auf einem Host mit manuellem Start/Stop der Applikation oder als permanent laufender Hintergrunddienst.
als Docker-Container auf einer Container-Plattform. sedex veröffentlicht den sedex-Client als offizielles Container-Image auf Docker Hub. Der sedex-Client-Container kann auf einer Container-Plattform wie Docker, Kubernetes, OpenShift, etc. betrieben werden.
Da beide Installationsarten die gleiche Funktionalität bieten, hängt die Wahl in erster Linie von den technischen und organisatorischen Anforderungen und Präferenzen der Organisation ab, die den sedex-Client hostet.
Ein sedex-Teilnehmer muss sich mit einem speziellen sedex-Teilnehmerzertifikat ausweisen können. Dieses sedex-Teilnehmerzertifikat entspricht einem Organisationszertifikat (spezifische Class-C Zertifikate) und wird für die Zwecke Authentisierung, Autorisierung sowie Ver- und Entschlüsselung verwendet. Der Bezug, die Verwaltung und Nutzung der sedex-Teilnehmerzertifikate erfolgt automatisiert über eine Zertifikats-Plattform auf Basis der Swiss Government PKI.
Die sedex-Zertifikate werden durch den sedex-Client beim Teilnehmer generiert. So ist sichergestellt, dass der zu einem Zertifikat gehörende Private Key nur dem Teilnehmer bekannt ist. Die Zertifikate haben eine Gültigkeit von drei Jahren. Das Teilnehmerzertifikat selbst ist öffentlich. Hingegen sindder Private Key (P12-Datei) sowie das zugehörige Passwort Sicherheitskomponenten. Sicherheitskomponenten dürfen nicht kopiert (Sicherheitsbackup und redundante Systeme ausgenommen) und / oder an Dritte weitergereicht werden.Die Verwendung der Sicherheitskomponenten ausserhalb des sedex-Client ist nicht erlaubt. Bei einem Widerruf oder nach dem Ablauf des Zertifikats ist die Nutzung der sedex-Plattform per sofort nicht mehr möglich.
Das Zertifikat wird durch den sedex Client rechtzeitig automatisch erneuert. Damit auch Meldungen, welche mit dem alten Zertifikat verschlüsselt wurden, entschlüsselt werden können, sind während einer gewissen Zeit sowohl das alte als auch das neue Zertifikat gültig. Voraussetzung für die automatische Erneuerung des Zertifikats ist das Einhalten der betrieblichen Nutzungsrichtlinien.
Die Schnittstelle für die Integration der Fachapplikation des sedex-Teilnehmers.
Jeder sedex-Teilnehmer besitzt sein eigenes Postfach. Das Postfach besteht aus den folgenden Ablagen:
Der Zugriff der Fachapplikation auf das sedex Postfach erfolgt über den sedex-Client entweder über das sedex File System Messaging Interface oder die sedex Messaging REST API. Die Wahl des Interface kann bei Bedarf je nach Meldungstyp gewählt werden. Der Meldungsaustausch zwischen Teilnehmern ist unabhängig von deren Wahl des Interfaces. Sender und Empfänger können damit das Interface frei wählen.
sedex File System Messaging Interface
Der Zugriff der Fachapplikation erfolgt datei-basiert (File I/O). Dabei liegen die Meldungen unverschlüsselt in den Dateiablagen (Ordner Inbox, Outbox, Receipts). Der Schutz der Dateien ist in der Verantwortung des Betreibers des Filesystems. Die Ablagen werden bei der Installation des sedex-Clients automatisch erstellt.
sedex Messaging REST API
Eine Fachapplikation kann sedex-Meldungen auch über ein https-basiertes Messaging REST API versenden und empfangen. Für die Fachapplikation wird für den Zugriff auf die Messaging REST-API ein eigener Benutzer («technical user») im sedex-Client angelegt. Mit diesem Benutzer kann die Fachapplikation direkt mit dem sedex-Client die sedex-Meldungen austauschen. Da bei Verwendung der Messaging REST API die Meldungen verschlüsselt in der lokalen Datenbank des sedex-Clients gespeichert werden und der Kanal zwischen Fachapplikation und sedex-Client über TLS verschlüsselt wird, ist hier der sichere Datenaustausch zwischen sedex-Client und Fachapplikation gewährleistet. Bei beidseitiger Nutzung durch Sender und Empfänger der REST-Schnittstelle können die Daten somit während der gesamten Übermittlung verschlüsselt zwischen den Fachapplikationen ausgetauscht werden.
Wie werden die Fachapplikationen logischer Teilnehmer integriert?
Analog zum Zugriff eines physischen Teilnehmers auf sein Postfach, kann beim Einsatz eines sedex-Routers auch die interne Meldungsverteilung an die logischen Teilnehmer (Message Dispatching) entweder über das sedex File System Messaging Interface oder die sedex Messaging REST API erfolgen. Die Wahl des Interface kann bei Bedarf je nach Meldungstyp und je nach logischem Teilnehmer gewählt werden. Der Meldungsaustausch zwischen Teilnehmern ist unabhängig von deren Wahl des Interfaces. Sender und Empfänger können damit das Interface frei wählen.
Message Dispatching mit sedex File System Messaging Interface
Beim datei-basierten (File I/O) Zugriff muss der Betreiber des sedex-Routers das Message Dispatching zwischen der Fachapplikation des logischen Teilnehmers und dessen sedex-Routers selbst bereitstellen. Analog einer Hauspost, muss dieser einen sicheren Mechanismus implementieren, um eine eingehende Meldung der adressierten Fachapplikation weiterzureichen bzw. eine von dieser versendeten Meldung abzuholen. Dabei ist zu beachten, dass eine sedex-Meldung, welche an mehrere logischen Teilnehmer des Routers gesendet wird, nur einmal in der Inbox erscheint. Der Message Dispatcher muss diese für jeden logischen Teilnehmer duplizieren. Es gibt frei verfügbare Drittprodukte aus dem sedex-Ökosystem, welche dieses Message Dispatching übernehmen können, beispielsweise der Open eGov MessageHandler für sedex. Der sedex-Support bietet jedoch keinen Support für Drittprodukte.
Message Dispatching mit sedex Messaging REST API
Beim Zugriff via Messaging REST API ist das Message Dispatching bereits im sedex-Client integriert. Für die Fachapplikation des logischen Teilnehmers des sedex-Routers wird für den Zugriff auf die Messaging REST-API ein eigener Benutzer im sedex-Client angelegt. Mit diesem Benutzer kann die Fachapplikation direkt mit dem sedex-Client des sedex-Routers die sedex-Meldungen austauschen. Da bei Verwendung der Messaging REST API die Meldungen verschlüsselt in der lokalen Datenbank des sedex-Clients des sedex-Routers gespeichert werden und der Kanal zwischen Fachapplikation und sedex-Client über TLS verschlüsselt wird, ist hier der sichere Datenaustausch zwischen dem sedex-Client des sedex-Routers und Fachapplikation gewährleistet. Das Duplizieren von sedex-Meldungen, welche an mehrere logischen Teilnehmer des sedex-Routers versendet werden, ist bei Verwendung der Messaging REST API bereits integriert.
Webservices
Welche Webservices bietet sedex an und wie kann sedex die Sicherheit bei der Nutzung von Webservices erhöhen?
Der sedex Webservice-Proxy ist eine Komponente des sedex-Clients, mit welcher die Fachapplikationen des Teilnehmers über einen gesicherten Zugang die für den Teilnehmer autorisierten Webservices von sedex und Drittanbietern (siehe Webservice Anbieter Plattform) nutzen können.
Die Konfiguration für die sedex Webservices sind im sedex-Client enthalten und alle sedex-Teilnehmer sind autorisiert diese über den sedex-WS-Proxy zu nutzen. Anbieterin (Provider) des Webservice ist die sedex-Plattform.
sedex Webservice: check-sedex
Dieser Webservice dient der Abfrage von sedex-Teilnehmern und deren Autorisierungen. Er prüft die wesentlichen Elemente des sedex-Umschlags und kann von einer sendenden Fachapplikation optional für eine Vorprüfung genutzt werden, um zu prüfen, ob eine bestimmte sedex-Meldung erfolgreich an die vorgesehenen Empfänger übertragen werden kann. Geprüft werden:
sedex-IDs von Absender und Empfänger sind gültig.
Sender und Empfänger sind aktive sedex-Teilnehmer.
Sender und Empfänger haben gültige Zertifikate.
Der Sender ist autorisiert, Meldungen dieses Typs zu versenden.
Der Empfänger ist autorisiert, Meldungen dieses Typs zu empfangen.
Die Grösse der Nutzdatendatei übersteigt nicht das maximal zulässige Limit (optionale Prüfung).
sedex Webservice: sedex external authorization service
Dieser Webservice dient der Abfrage von sedex-Teilnehmern und deren Authentisierung und Autorisierungen auf Basis der sedex-Zertifikate. Verwendet wird dieser Service von Webservice Providern, welche ihren Webservice über den sedex WS-Proxy zugänglich machen wollen und prüfen wollen, ob eine aus dem Internet eingehende SOAP-Anfrage von einem sedex-Teilnehmer stammt und ob dieser berechtigt ist.
Mit dem sedex-Client kann auch eine synchrone Datenkommunikation abgewickelt werden. Es wird eine verschlüsselte Datenkommunikation zwischen Nutzer (Consumer) und Anbieter (Provider) eines Webservices sichergestellt, ohne Einfluss auf die Inhalte zu nehmen.
Den sedex-Teilnehmern, welche Webservices konsumieren wollen, wird eine vereinfachte und einheitliche Implementierung dieser Services angeboten. Dazu baut die Fachapplikation eine Verbindung innerhalb der geschützten Infrastruktur des Teilnehmers auf den WS-Proxy des sedex-Clients auf. Ist der sedex-Teilnehmer für einen Webservice autorisiert bezieht der sedex-Client die für den Aufruf des Webservices notwendige Konfiguration automatisch von der sedex-Plattform.
So kann sich der Webservice Consumer darauf verlassen, dass der tatsächlich gewünschte Webservice Provider Auskunft gibt. Und der Webservice Provider kann die Authentizität und Autorisierung des Consumer prüfen.
Aktuell stehen die nachfolgenden Webservices zur Verfügung:
Den vom sedex Webservice Proxy vermittelten Webservices der Webservice Provider sind Meldungstypen zugeordnet. Die Verwaltung der Rechte für die Nutzung erfolgt analog der Verwaltung der Rechte für die Nutzung von sedex-Meldungen. Die Zugangspunkte für die Webservices werden in der sedex-Plattform verwaltet. Die Konfiguration des sedex WS-Proxy für die Nutzung eines Webservices erfolgt bei den berechtigten Teilnehmern automatisch.
Nutzungskonditionen
Betriebliche Richtlinien, sedex-Client Life Cycle Management, Nutzungsgebühren und Service Level.
Die Inhaberin eines physischen sedex-Teilnehmers ist verpflichtet die folgenden betrieblichen Richtlinien einzuhalten:
Der sedex-Client ist eine Sicherheitskomponente, die zwingend auf dem aktuellen Stand zu halten ist. Der sedex-Client muss mindestens einmal pro Jahr auf die neuste Version (recommended version) des sedex-Clients aktualisiert werden.
Um den zuverlässigen Meldungsaustauch und die automatische Zertifikatserneuerung zu gewährleisten, sollte ein sedex-Client möglichst ständig in Betrieb sein.
Die Verwendung der Sicherheitskomponenten des sedex-Teilnehmerzertifikats (Private Key und das zugehörige Passwort) ausserhalb des sedex-Clients ist nicht erlaubt.
Es muss sichergestellt werden, dass keine doppelten Instanzen auftreten. Doppelte Instanzen sind mehrere sedex-Client Installationen, die sich mit derselben Identität melden und dasselbe sedex-Teilnehmerzertifikat sowie dieselbe sedex-ID verwenden. Dies kann beispielsweise vorkommen, wenn der sedex-Client auf einem neuen Host installiert und der sedex-Client auf dem alten Host nicht ordnungsgemäss zurückgebaut wurde.
Der sedex-Support kann Teilnehmer, welche die betrieblichen Richtlinien nicht einhalten, aufgrund der Version ein Sicherheitsproblem darstellen oder technische Probleme verursachen, umgehend deaktivieren und deren Zertifikate revozieren.
Versionsstatus
Unterstütze Versionen
Aktuell werden die folgenden Versionen unterstützt (hier nicht aufgeführte Versionen sind im Status «Unsupported»):
Die Finanzierung von sedex erfolgt kostenneutral und wird durch die sedex-Domänen bereitgestellt. Das Modell der sedex Nutzungsgebühren strebt eine faire Verteilung der Gesamtkosten von sedex auf die sedex-Domänen gemäss ihrer effektiven Nutzung von sedex an. Die zugrunde liegenden Kostenallokationsschlüssel werden regelmässig überprüft.
Seit dem 1. Januar 2025 gelten folgende sedex Nutzungsgebühren.
Aufgrund der weiterhin stark steigenden Nutzung von sedex sowie sich verändertem Nutzungsverhalten wird das Preismodell jährlich an die Gesamtnutzung aller sedex-Domänen und die Kostenentwicklung angepasst. Das für das kommende Folgejahr gültige Preismodell wird in der Regel Ende September/ Anfang Oktober publiziert. Sofern Preissteigerungen notwendig werden, werden diese in der Regel mit einem Vorlauf von mindestens 12 Monaten für das übernächste Jahr angekündigt.
Die Verrechnung der Nutzungsgebühren für das Rechnungsjahr RJ erfolgt mit einer jährlichen Rechnungstellung im RJ auf Basis von vereinbarten Planwerten für dieses Jahr mit einer Korrektur der Differenz zur tatsächlichen Nutzung im Folgejahr.
Die Korrektur im Folgejahr erfolgt für:
Die Meldungsgebühren auf Basis der Anzahl der abgesendeten Meldungen (Anzahl erstellter Message IDs und Datenvolumen pro adressierte Empfänger) der Periode 01.10.VJ – 30.09.RJ (Vorjahr VJ=RJ-1).
Die Teilnehmergebühren auf Basis der Anzahl aktiver, physischer und logischer Teilnehmer am Stichtag 30.09.RJ.
Für die sedex-Services gelten die folgenden Service-Level:
sedex-Support
sedex-Plattform
Zertifikats-Plattform
sedex-Kundenplattform
Help Center
Unterstützung und aktuelle Informationen zu sedex.
Der sedex-Support unterstützt bei:
Fragen bezüglich der sedex-Teilnehmerzertifikate,
der Konfiguration der sedex-Teilnehmer,
Fragen zur Installation und dem Betrieb des sedex-Clients,
der Definition der Geschäftsfälle und sedex-Meldungstypen,
der Bereitstellung von Nutzungsberichten und Transaktionsprotokollen und
weiteren sedex spezifischen Problemen.
Der sedex-Support kann über folgende Kanäle kontaktiert werden:
In unserer Anwenderdokumentation (docs.sedex.admin.ch) finden Sie neben den aktuellen sedex-Clients und Release Notes auch umfassende technische Erläuterungen zu den verschiedenen Betriebsformen eines sedex-Clients und zur Integration von sedex in eine Fachapplikation. Diese Dokumentation wendet sich an IT-Spezialisten, welche sedex-Clients betreiben oder sedex in ihre Fachapplikation integrieren, und ist nur in Englisch verfügbar.
Mit der sedex NewsMail informieren wir Sie über die folgenden sedex-Themen:
Veröffentlichungen neuer Versionen des sedex-Clients
Service-Meldungen (Benachrichtigungen über zukünftige Wartungen und Unterbrechungen von sedex)
Wie kann die Funktionsweise eines sedex-Clients überprüft werden und wie wird sedex überwacht?
Für die Prüfung der korrekten Funktionsweise eines sedex-Clients stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung.
Falls Sie überprüfen wollen, ob Ihr sedex-Client grundsätzlich für den Meldungsaustausch korrekt installiert ist, kann der sedex-Support mit dem sedex-Client Pinger Ihrem sedex-Client eine Testmeldung senden und die technische Quittung auswerten.
Die lokale Monitoring-Seite des sedex-Clients enthält eine Liste von Schlüssel/Wert-Paaren für die Überwachung von Operationen. Die Monitoring-Seite kann über HTTP oder über das Dateisystem aufgerufen werden.
Im Auftrag des Bundesamtes für Statistik (BFS) betreibt das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) die sedex-Plattform und überwacht dessen Betrieb mit verschiedenen Monitoring Systemen. Das Operation Control Center des BIT (OCC) stellt ein Monitoring zur Verfügung, um den Stand und die Verfügbarkeit des Systems zu prüfen (nur vom BV-Netz zugänglich): oa_bit_cockpit_application | Splunk 10.0.2 (en)
Sicherheit
Wie ist die Sicherheit bei sedex gewährleistet?
Eine der zentralsten Anforderungen an die Datenübertragung von sedex ist die Sicherheit der übertragenen Daten, d.h. deren Schutz vor Ausspähung und Veränderung. Um die hohen Sicherheitsanforderungen zu gewährleisten, setzt sedex auf Dreifachverschlüsselung auf der Basis bewährter und als state-of-the-art anerkannten Verschlüsselungsverfahren:
End-to-End Meldungsverschlüsselung
Die Meldungsübertragung erfolgt in sedex End-to-End verschlüsselt. D.h. es ist auf der Basis asymmetrischer Kryptografieverfahren konzeptionell sichergestellt, dass eine Meldung vom versendenden sedex-Client so verschlüsselt wird, dass einzig der adressierte Empfänger die Meldung wieder entschlüsseln kann.
Dieses Verfahren garantiert, dass die Meldung auf ihrem Weg jederzeit sicher verschlüsselt ist und von niemandem und nichts eingesehen oder verändert werden kann. Selbst auf dem sedex-Server wird die Meldung verschlüsselt zwischengespeichert. Einzig der adressierte Empfänger kann die Meldung vom sedex-Server abholen und die Meldung entschlüsseln.
Zusammenfassend garantiert sedex die End-to-End Verschlüsselung:
Vertraulichkeit: Einzig der adressierte Empfänger kann die Meldung entschlüsseln und lesen
Unveränderbarkeit: Garantierte Echtheit des Meldungsinhalts
Herkunft: Garantierte Echtheit des Absenders
OSCI-Transportverschlüsselung
Für den Transport einer Meldung vom sendenden sedex-Client auf den sedex-Server und vom sedex-Server zum empfangenden sedex-Client verwendet sedex mit dem Produkt Governikus einen zertifizierten Message-Hub nach dem OSCI-Standard. Eine (bereits End-to-End verschlüsselte) sedex-Meldung wird dabei in Form einer oder mehrerer zusätzlich verschlüsselter OSCI-Meldungen übertragen. Hierzu ist jede OSCI-Meldung mittels OSCI-Transportverschlüsselung zusätzlich gesichert.
TLS-Kanalverschlüsselung
Die gesamte Kommunikation zwischen sedex-Clients und dem sedex-Server erfolgt über das mit TLS abgesicherte https-Protokoll.
Somit wird der Inhalt einer sedex-Meldung effektiv dreifach verschlüsselt über das Internet übertragen und ist kryptografisch gleich mehrfach gesichert vor Ausspähung und Veränderung.
Die Authentisierung der sedex-Teilnehmer erfolgt auf der Basis ihrer sedex-Teilnehmerzertifikate (.X509-Organisationszertifikate Klasse C). Dadurch ist sichergestellt, dass nur identifizierte und zugelassene Organisationen am sedex-Verbund teilnehmen können.
sedex verfügt über ein eigenes im System verankertes Berechtigungssystem zur Kontrolle des Meldungsflusses. Pro Meldungstyp können die Autoriserungen jedes Teilnehmers einzeln definiert werden. Vom System wird durchgesetzt, dass von einem Teilnehmer eine Meldung nur dann versendet oder empfangen werden kann, wenn das erforderliche Recht (Privilege) gewährt wurde.
Die verwendeten End-to-End Verschlüsselungs- und Signierverfahren auf der Basis bewährter asymmetrischer Kryptografieverfahren garantieren die Geheimhaltung und die Unveränderbarkeit der übertragenen Daten.